Cookie-Einstellungen

Dieses Werkzeug hilft Ihnen bei der Auswahl und Deaktivierung verschiedener Tags / Tracker / Analysetools, die auf dieser Website verwendet werden.

Essentiell ? ?
Marketing ? ?

05 | 2021 Vertragen Sie Käse?

Vermeintliche Nahrungsmittelallergien sind zumeist „nur“ Unverträglichkeiten. Während sich Allergien im Kindesalter z.B. gegen Weizen, Ei, Milch, Fisch oder Schalentiere entwickeln und oft in der Pubertät verschwinden, finden sich Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten im Erwachsenenalter immer häufiger. Dabei kann der Körper bestimmte Stoffe wie Fructose, Lactose oder Histamin nicht abbauen, weil die entsprechenden Enzyme fehlen.

Histamin ist die treibende Kraft hinter Allergien: wird Histamin aus Körperzellen freigesetzt, entstehen Ausschläge, Juckreiz, Schwellungen und Bläschen. Der Botenstoff wird vom Körper selbst gebildet, ist aber auch in zahlreichen Nahrungsmitteln wie Emmentaler, Bergkäse, Seefisch, Rotweinen, Weizenbier, Champagner, Schinken und Salami in hoher Konzentration enthalten. Histamin-Freisetzer wie Tomaten, Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Krebstiere aber auch Röntgen-Kontrastmittel, Drogen, Schocks oder operative Eingriffe setzen im Körper große Mengen an Histamin frei. Zum Abbau benötigt der Organismus das Enzym Diaminoxidase (DAO). Besteht zwischen Histamin und DAO ein Ungleichgewicht, kommt es zu den beschriebenen Allergie-Symptomen. Bei Lactose- oder Fructose-Intoleranz kann der Körper Milch- bzw. Fruchtzucker nicht abbauen, sodass Verdauungsstörungen wie Blähungen, Durchfall oder Übelkeit auftreten. Da die Betroffenen von ihrer Unverträglichkeit meist nichts wissen, bestehen die Beschwerden oft über Jahre.

Die Behandlung der Wahl ist jedenfalls eine Diät mit Verzicht auf die nicht vertragenen Lebensmittel. Bestimmte Enzyme wie DAO oder Lactase kann man dem Körper zuführen, der Erfolg ist aber nicht sicher. Gegen die Auswirkungen des Histamins helfen Antihistaminika, wie sie in der Allergiebehandlung verwendet werden

Apothekertipp von Dr. Gerhard Kobinger in der Kleinen Zeitung vom 15. Mai 2021