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Bessere Lebensqualität für Heimbewohner: GEMED weist den Weg

Apothekerkammer-Projekt zeigt Verbesserungspotenziale bei der Arzneimittelversorgung in Pflegeheimen auf

Die Apothekerkammer begrüßt die aktuelle Forderung der Volksanwaltschaft an den Bundesminister für Soziales, Pflege und Gesundheit nach einer bundesweiten Umsetzung des Projektes GEMED (Geriatrisches Medikationsmanagement in stationären Einrichtungen). Das erstmals im Bundesland Salzburg durchgeführte Projekt zeigte enorme Verbesserungspotenziale im Hinblick auf die medikamentöse Versorgung von pflegebedürftigen Personen auf. In vielen Fällen konnte die Zahl der von einem Patienten eingenommenen Medikamente auf weniger als fünf reduziert werden, wodurch den Patienten unangenehme Wechselwirkungen und Nebenwirkungen erspart blieben.

Im Mittelpunkt von GEMED stand die Zusammenarbeit zwischen Pflegepersonal, Ärztinnen und Ärzten sowie Apotheken. Insgesamt nahmen 611 pflegebedürftige Bewohner von Seniorenheimen aus elf Salzburger Gemeinden mit einem Durchschnittsalter von 84 Jahren an dem Projekt teil. Das wichtigste Ergebnis der Studie fasst GEMED-Projektleiterin Mag. pharm. Diemut Strasser zusammen: „Bei sachgemäßer Arzneimittelanwendung sind bis zu zwei Drittel aller unerwünschten Arzneimittelereignisse vermeidbar.“ Die Apothekerschaft stehe bereit, GEMED gemäß der Empfehlung der Volksanwaltschaft auf das gesamte Bundesgebiet auszurollen.

Für Co-Projektleiterin Mag. pharm. Dr. Elisabeth Kretschmer ist GEMED ein „Tool, das den Weg zu einer Verbesserung der Betreuungs- und Versorgungsqualität von Bewohnerinnen und Bewohnern in Seniorenheimen ebnet“. Eine Ausweitung sei daher zum Wohle der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner „sinnvoll und wünschenswert“.

„Potenzielle Probleme in Folge von Polymedikation gibt es nicht nur bei pflegebedürftigen Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern. Auch außerhalb von Pflegeheimen können Apothekerinnen und Apotheker älteren Patienten zu einer deutlichen Steigerung ihrer Lebensqualität verhelfen“, zeigt sich Mag. pharm. Raimund Podroschko, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer, überzeugt. „Eine sorgfältige Analyse ihrer gesamten Medikation durch eine Apothekerin oder einen Apotheker ermöglicht in vielen Fällen eine Optimierung der Therapie.“

Der aktuelle Bericht der Volksanwaltschaft nimmt Bezug auf einen Fall in einem burgenländischen Pflegeheim, wo einer Bewohnerin 22 verschiedene Arzneimittel zur täglichen Einnahme verschrieben wurden. Die Volksanwaltschaft leitet daraus ihre Forderung nach einer Ausweitung des erfolgreichen Projekts GEMED auf ganz Österreich ab.

OTS-Aussendung der Österreichischen Apothekerkammer vom 25. Mai 2020

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