Gesundheitsberatung und Prävention
Neben der pharmazeutischen Beratung umfasst die Beratungstätigkeit von Apotheker:innen im weiteren Sinn auch eine generelle Gesundheitsberatung zu Ernährung, Bewegung, Hautpflege, gesunder Lebensweise und besserem Wohlbefinden. Diese Aufgaben im Bereich der Prävention werden gerade vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft, eines bedrohlichen Ausmaßes an Zivilisationskrankheiten und der zunehmenden Überlastung von Spitälern, Ordinationen und Pflegeeinrichtungen immer wichtiger.
Die Apotheke als Fundament des Gesundheitssystems
Stellt man sich die österreichische Gesundheitsversorgung wie ein Einfamilienhaus vor, dann bilden die öffentlichen Apotheken das unverzichtbare Erdgeschoß und die Krankenhausapotheken die zentralen Säulen für das oberste Spitals-Stockwerk. Um das niederschwellige, flächendeckende Versorgungsangebot der Apotheken beneidet man Österreich in ganz Europa. Und als zentrale Anlaufstelle bei unterschiedlichsten Beschwerden sollte die Apotheke noch stärker für die Gesundheit der Bevölkerung genutzt werden. Denn die Herausforderungen des heimischen Gesundheitswesens werden immer deutlicher sichtbar und es ist aktuell nötiger denn je, alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Das Potenzial von Apotheken ist dabei enorm.
Viele Gesundheitschecks gehören zur beruflichen Routine von Apotheker:innen und werden als kostenfreier Service für die Bevölkerung angeboten. Vor allem Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin, Gewicht, BMI und Bauchumfang werden in den Apotheken häufig gemessen. Zudem gibt es immer wieder regionale beziehungsweise bundesweite Schwerpunktaktionen, beispielsweise zu Venen-, Allergie-, Muskelkraft- und COPD-Messungen. Ein wichtiger Baustein der Präventionsarbeit der Apotheken sind außerdem moderne Gesundheitstests und -screenings auf Basis von Point-of-Care-Technologie, die binnen weniger Minuten zuverlässig Auskunft über wichtige Gesundheitsparameter liefern. Denn je früher individuelle Anfälligkeiten und persönliche Risiken für bestimmte Krankheiten entdeckt werden, desto besser wirksamer und kostengünstiger kann gegengesteuert werden.
Bei chronisch Kranken erfüllen Apotheker:innen oft die Funktion eines immer verfügbaren Ansprechpartners, der ihnen betreuend zur Seite steht. Beispielhaft sei an dieser Stelle die Unterstützung von Patient:innen mit Diabetes, Bluthochdruck und COPD erwähnt.