Wussten Sie, dass...
1. Notdienste zahlen die Apotheken selbst
Notdienste sind für eine lückenlose Arzneimittelversorgung unverzichtbar. Für die Menschen sind sie eine große Hilfe, für die Apotheken eine große finanzielle Belastung. Denn im Gegensatz zu medizinischen Notdiensten werden Apotheken-Notdienste von den Apotheken privat finanziert. Rund 40 Millionen Euro kosten die flächendeckenden Nacht‑, Wochenend‑ und Feiertagsdienste im Jahr.
2. Keine Sommerpause, kein Betriebsurlaub
Öffentliche Apotheken sind immer da, auch wenn andere Gesundheitsakteure im Urlaub sind. Sie haben Betriebspflicht. Das heißt: keine Sommerpause, kein Weihnachtsurlaub, Apotheken sind das ganze Jahr hindurch erreichbar.
3. Apotheken sind Einzelunternehmen – keine Konzern-Ketten
Alle 1.470 öffentliche Apotheken in Österreich sind inhabergeführte Einzelunternehmen – und nicht von Ketten oder Konzernen gesteuert. Die Konzession für eine Apotheke ist ein persönliches Betriebsrecht und nicht übertragbar. Wer eine Apotheke führt, hat Verantwortung. Man ist wirtschaftlich verantwortlich und auch haftbar.
4. Internationale Versandapotheken sind ausländische Konzerne und keine Gesundheitsnahversorger
Auch wenn sich große Aktienkonzerne als Online-Apotheke für Österreich präsentieren: Sie sind primär riesige Versandlager und haben sehr wenig mit einer österreichischen Apotheke zu tun. Sie leisten keine Notdienste und tragen auch sonst kaum etwas zur örtlichen Versorgungssicherheit bei. Ihnen geht es um Profit. Sie werden aus dem Ausland gesteuert und zahlen kaum Steuern in Österreich.
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5. Apothekerschaft stellt Millionen Arzneimittel her
In den Laboren der Apotheken werden jedes Jahr rund drei Millionen Arzneimittel individuell für die Menschen hergestellt. Maßgeschneiderte Rezepturen für Kinder, chronisch Kranke oder Allergiker gehören zum Alltag – und helfen dabei, Lieferengpässe besser zu bewältigen. Dieses Wissen und die Kompetenz haben nur die Apothekerinnen und Apotheker.
6. Alle Rezeptgebühren gehen an die Sozialversicherung
Für jedes auf Rezept verordnete Medikament muss pro Packung eine Rezeptgebühr von 7,55 € (Stand 2026) entrichtet werden. Diese Gebühr muss zwar direkt in der Apotheke bezahlt werden, wird aber unmittelbar an die Sozialversicherung weitergegeben. Im Jahr sind das insgesamt rund 500 Millionen Euro.
7. Ohne Apotheken keine Drogenersatztherapie
Mit einer individuellen Drogenersatztherapie unterstützen die Apotheken zehntausende Suchtpatient:innen dabei, wieder ein geregeltes Leben führen zu können. Für die Betroffenen eine lebensnotwendige Hilfe, für die Gesellschaft eine wichtige Maßnahme, um Beschaffungskriminalität zu reduzieren. Für die Apotheken sehr aufwändig und nicht kostendeckend.
8. Lieferengpässe: Dank Apotheken kein Versorgungschaos
Dank der Apotheken führen Lieferengpässe auf dem Weltmarkt zu keinem Versorgungschaos in Österreich. Mittlerweile kümmert sich eine pharmazeutische Vollzeitkraft ausschließlich um das Management von Engpässen. Durch die Suche nach passenden Alternativen und ärztlicher Rücksprache können Therapien in den allermeisten Fällen lückenlos fortgesetzt werden. Ist ein Arzneimittel mal nicht erhältlich, ist die patientenindividuelle Herstellung in der Apotheke vor Ort eine Alternative.
9. Vier Augen Prinzip gibt Sicherheit
In Österreichs Apotheken zählt doppelte Sicherheit: Ärztin bzw. Arzt verordnet, Apothekerin bzw. Apotheker kontrolliert bei der Medikamentenabgabe nochmals sorgfältig. Das ist das Vier-Augen-Prinzip. Apotheker:innen prüfen Wechselwirkungen, Nebenwirkungen, Dosierung und Anwendung – für eine sichere Therapie, auf die sich Patient:innen verlassen können.
10. Gesundheitstests: Vorsorge beginnt oft in der Apotheke
Vorsorge beginnt ganz nah: in der Apotheke ums Eck. Mit moderner, patientenindividueller Sofortdiagnostik – so genannten Point-of-Care Testgeräten – lassen sich wichtige Gesundheitswerte rasch, einfach und verlässlich bestimmen. So werden Infektionserreger sowie Risiken wie Prädiabetes oder ein niedriger Vitamin D Wert frühzeitig erkannt. Gemeinsam mit Apothekerinnen und Apothekern können gezielt Maßnahmen für die Gesundheit besprochen werden.