Wissen aus der Natur

Die Pflanzenheilkunde ist die älteste Methode zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten. Das erste Heilkräuterbuch soll bereits um das Jahr 3.200 vor Christus aufgelegt worden sein. Heute sind rund 3.000 Pflanzen mit nachweislich heilender Wirkung bekannt. Die Heilkunde der Pflanzen ist keine Alternative zur Medizin, sondern eine ihrer Säulen und Stützen. Das heutige Wissen um die Heilkräuter stellt eine uralte Basis der modernen Medizin und ihrer Leistungen dar.

Phytopharmaka haben häufig das Image eines sanften, natürlichen und nebenwirkungsfreien Arzneimittels. Pflanzliche Arzneimittel werden daher oft unkritisch angewendet bzw. eingenommen. Allerdings handelt es sich bei den Inhaltsstoffen von Pflanzen teilweise um hochaktive Arzneistoffe, die nicht verharmlost werden dürfen. Pflanzliche Arzneimittel müssen daher mit derselben Sorgfalt und Vorsicht eingenommen werden, wie synthetische Präparate. Die Liste der Krankheiten und Beschwerden, die mit pflanzlichen Arzneimitteln gut und ausreichend behandelt werden können, ist lang: sie reicht von Husten über Hautkrankheiten bis zu seelischen Verstimmungen. Die Natur bietet wahre Schätze zur Heilung von Krankheiten. Und wer die drei häufigsten Irrtümer über pflanzliche Arzneimittel kennt, kann sicher sein, dass ihm die Medizin aus der Natur sehr hilfreich sein wird.

Irrtum 1

Pflanzliche Arzneimittel kann jeder nehmen. Falsch! Wer ein Magengeschwür hat oder hatte, für den sind beispielsweise Magenmittel oder Magentees mit Bitterstoffen tabu. Zum Ausschwemmen von Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) sind wassertreibende Arzneipflanzen völlig ungeeignet. Hier muss z.B. der Arzt verschreibungspflichtige Präparate, sogenannte Diuretika, verordnen.

Irrtum 2

Alle pflanzlichen Arzneimittel eignen sich zur Dauereinnahme. Das stimmt nicht. Gegenbeispiele: Pfefferminze kann bei Dauergabe den Magenschließmuskel erschlaffen lassen und dadurch Sodbrennen auslösen. Wacholderbeeren können die Nieren schädigen, wenn sie jahrelang in hohen Dosen genommen werden. So gut diese Heilpflanzen über einen kurzen Zeitraum vertragen werden, für die Einnahme über Jahre sind sie ungeeignet.
Bedenken Sie, dass auch pflanzliche Präparate Arzneimittel sind, die Sie ohne den Rat von Apothekerinnen und Apothekern oder Ärztinnen und Ärzten nicht über längere Zeit anwenden sollten.

Irrtum 3

Pflanzliche Arzneimittel sind ideal für Schwangere. Gegenbeispiele gibt es viele: zum Beispiel kann Aloe, die gegen Verstopfung eingesetzt wird, den Blutfluss im Becken erhöhen und so eine Frühgeburt auslösen. Daher in der Schwangerschaft keine Arzneimittel ohne dem Rat vom Arzt,der Ärztin oder Apothekerin, Apotheker nehmen - auch keine pflanzlichen!