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Bildungskarenz

Weiterbildung 


Die Bildungskarenz ermöglicht ArbeitnehmerInnen, sich bei bestehendem Arbeitsverhältnis zur Weiterbildung freistellen zu lassen. Diese Freistellung muss zwischen ArbeitgeberIn und ArbeitnehmerIn vereinbart werden. Auf Bildungsfreistellung besteht kein Rechtsanspruch. Gesetzliche Grundlage für die Bildungskarenz ist § 11 Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz (AVRAG) und § 26 Arbeitslosenversicherungsgesetz (AlVG). 


Bereits nach 6 Monaten Beschäftigung möglich 


Wird Bildungskarenz ab dem 1.8.2009 vereinbart, ist sie bereits nach einer ununterbrochenen Beschäftigung von sechs Monaten möglich. Die Mindestdauer der Bildungskarenz ist zwei Monate. Wird die Bildungskarenz in Teilen in Anspruch genommen, muss jeder Teil lediglich zwei Monate umfassen. Der Verbrauch in einzelnen Teilen ist innerhalb von vier Jahren möglich. Maximal gibt es 12 Monate geförderte Bildungskarenz. Eine neuerliche Bildungskarenz kann frühestens nach vier Jahre ab dem Beginn der letzten Bildungskarenz vereinbart werden. 


Was als Aus- oder Weiterbildung gilt: 


Es sind Aus- und Weiterbildungen im In- und Ausland möglich. Nicht akzeptiert werden Kurse aus dem Freizeit- und Hobbybereich ohne beruflichen Bezug. Seit 2008 muss der Besuch einer Weiterbildungsmaßnahme im Ausmaß von mindestens 20 Wochenstunden oder einer vergleichbaren zeitlichen Belastung schriftlich nachgewiesen werden. Ein Studium, die Berufsreifeprüfung u.v.m. gelten automatisch als 20 Wochenstunden. Für Eltern mit Betreuungspflichten für Kinder unter 7 Jahren genügt grundsätzlich der Nachweis über 16 Wochenstunden. 

 

Muss ich durchgehend einen Kurs besuchen? 

Grundsätzlich ist ein durchgehender Kursbesuch nötig. 

Im Falle einer 12-monatigen Bildungskarenz wird allerdings während der ersten vier Wochen (Vorlaufzeit) und der letzten vier Wochen (Nachlaufzeit) der Bildungskarenz vom AMS auch dann Weiterbildungsgeld ausbezahlt, wenn keine Bildungsaktivität gesetzt wird. Zusätzlich wird bei einer 12-monatigen Bildungskarenz eine zwischenzeitliche Unterbrechung von maximal 4 Wochen toleriert ohne dass das Weiterbildungsgeld gestrichen wird. 
In allen anderen Fällen (Bildungskarenzen mit einer Dauer von 2 bis 11 Monaten) besteht Anspruch auf je maximal 1 Woche Vorlaufzeit, Nachlaufzeit und zwischenzeitliche Unterbrechung. 

Ab einer Bildungskarenzdauer von mindestens 4 Monaten gibt es auch Ausnahmen vom durchgehenden Kursbesuch im Hinblick auf Ferienzeiten, in denen der Bildungsbetrieb ruht. 

Eine Vorabklärung mit dem AMS ist in genannten Fällen jedenfalls ratsam. 

 

Welche Bildungsmaßnahmen kann ich während der Bildungskarenz besuchen? 

Derzeit prüft das Arbeitsmarktservice die Art der Bildungsmaßnahme nicht. Es werden sowohl Ausbildungsmaßnahmen als auch Weiterbildungsmaßnahmen mit "Weiterbildungsgeld" gefördert (z.B. Besuch der Abendschule, Studium am Zweiten Bildungsweg, EDV-Kurs u.ä.). Auch Kurse im Ausland sind möglich. Eine vorherige Kontaktierung des AMS ist in jedem Fall ratsam. 

In welchem Ausmaß müssen Bildungsaktivitäten gesetzt werden? 

Seit 1.1.2008 ist der Nachweis von Bildungsaktivitäten im Ausmaß von 20 Wochenstunden Voraussetzung für den Anspruch auf Weiterbildungsgeld während der Bildungskarenz.
Wenn weniger als 20 Stunden in der Woche in der jeweiligen Bildungseinrichtung verbracht werden, von dieser aber bestätigt wird, dass für die Erreichung des Ausbildungsziels auch Lernzeit nötig ist, so ist diese Lern- bzw. Übungszeit einzurechnen! 

Personen mit Betreuungspflichten für Kinder bis zum vollendeten 7. Lebensjahr haben Bildungsaktivitäten im Ausmaß von 16 Wochenstunden nachzuweisen. Auch hier ist eine Anrechnung von Lern- und Übungszeiten möglich. 

Das geforderte Bildungsausmaß gilt in der Regel als erfüllt beim Besuch:
  •  einer Universität, einer Fachhochschule, eines Kollegs, einer Abend-Schule oder einer vergleichbaren Ausbildung
  •  eines Vorbereitungslehrgangs auf die Berufsreife- oder die Studienberechtigungsprüfung
  •  eines Lehrgangs zum Nachholen des Hauptschulabschlusses
  •  eines Lehrgangs zum Nachholen eines Lehrabschlusses 
Personen, die Fernlehrangebote nutzen, benötigen für den Nachweis ihrer Bildungsaktivitäten auf jeden Fall eine Bestätigung der Bildungseinrichtung über eine Inanspruchnahme im Ausmaß von 20 bzw. 16 Stunden in der Woche.

 

Unterstützung: 


Während der Zeit der Bildungskarenz bekommt der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin “Weiterbildungsgeld” in der Höhe des Arbeitslosengeldes, das der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin im Falle von Arbeitslosigkeit erhalten würde. Weiters ist ein Zuverdienst im Ausmaß der geringfügigen Beschäftigung erlaubt (im Jahr Jahr 2012 monatlich 376,26 Euro brutto). 

Das Weiterbildungsgeld wird für die vereinbarte Zeit der Bildungskarenz vom Arbeitsmarktservice ausbezahlt. 


Was noch zu beachten ist: 


Während der Bildungskarenz sind Sie kranken-, unfall- und pensionsversichert. 

Für die Pensionsversicherung gilt: Personen, die vor dem 1.1.1954 geboren sind, erwerben Ersatzzeiten in der Pensionsversicherung. Personen, die nach dem 31.12.1954 geboren sind, erwerben Beitragszeiten in der Pensionsversicherung. 

Für die Dauer der Bildungskarenz werden Abfertigungsbeiträge ("Abfertigung Neu") in Höhe von 1,53% des Weiterbildungsgeldes an die betriebliche Vorsorgekasse einbezahlt. Die Kosten gehen zu Lasten der Mittel aus der Gebarung der Arbeitsmarktpolitik. Dem Arbeitgeber entstehen keine Kosten. 
Es besteht kein gesetzlicher Kündigungsschutz wie bei Elternkarenz. Für die Zeiten der Bildungskarenz besteht auch kein Anspruch auf Sonderzahlungen, der Urlaubsanspruch wird anteilig verkürzt. Auch für Ansprüche, die sich nach der Dauer der Dienstzeit richten (z.B. Abfertigung Alt), zählt die Bildungskarenz nicht. 


Antragstellung und Auszahlung 


Der Antrag auf Bildungskarenz ist bei der jeweils zuständigen Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice (Wohnbezirk) zu stellen. Das für den Antrag beim AMS notwendige Formular steht unter der Internetadresse www.ams.at/_docs/001_avrag_11.pdf als Download zur Verfügung. Das Weiterbildungsgeld kann frühestens ab dem Tag der Antragstellung zuerkannt werden. 

Information der rechts- und sozialpolitischen Abteilung der Österreichischen Apothekerkammer (Jänner 2012)