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Startschuss für die Medikationsanalyse

Es ist soweit: Die Medikationsanalyse als wichtige Apotheken-Dienstleistung ist auf den Weg gebracht. Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung mit allen Projektpartnern und Vertreter:innen aller teilnehmenden Apotheken wurde das breit angelegte Pilotprojekt in Wien offiziell gestartet. Ziel der wissenschaftlichen Studie ist es, die gesundheitlichen Vorteile einer strukturierten Medikationsanalyse durch Apotheker:innen für von Polypharmazie betroffene Patient:innen und das ökonomische Einsparpotenzial für das Gesundheitssystem in der Praxis systematisch zu erheben, dokumentieren und auszuwerten.

Zur Liste der teilnehmenden Apotheken

Der Startschuss kommt zum richtigen Zeitpunkt, denn Polypharmazie stellt ein erhebliches Problem im österreichische Gesundheitssystem dar. Rund ein Viertel der über Sechzigjährigen in Österreich nimmt aufgrund mehrerer Grunderkrankungen fünf oder mehr Arzneimittel gleichzeitig ein – das sind mehr als 500.000 Menschen. Viele Patient:innen sind durch die Fülle an Medikamenten oft überfordert und verlieren leicht den Überblick, was sie warum verschrieben bekommen haben und  in welcher Dosierung sie es einnehmen sollten. Das kann schlimme gesundheitliche Folgen haben.

Erleichtert und zufrieden zeigten sich die anwesenden Präsidiumsmitglieder der Apothekerkammer, Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, Mag. Raimund Podroschko und Mag. Susanne Ergott-Badawi. Der beharrliche, jahrelange Einsatz der Apothekerkammer für die Etablierung dieser wichtigen Apotheken-Dienstleistung habe sich gelohnt, das Pilotprojekt markiere einen wichtigen Meilenstein, lautete der einhellige Tenor. Nun gelte es im Rahmen der Studie unter Beweis zu stellen, dass die Medikationsanalyse sowohl für die Patient:innen als auch für das Gesundheitssystem einen erheblichen Mehrwert bietet.

Medikationsanalyse in Wiener Apotheken

An der randomisierten und kontrollierten Pilotstudie, die von der Apothekerkammer in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien und dem Dachverband der Sozialversicherungsträger durchgeführt wird, nehmen 10 Wiener Apotheken mit insgesamt rund 200 Patient:innen teil. Alle Teilnehmenden sind von Polypharmazie betroffen und nehmen acht oder mehr Medikamente ein. Im Rahmen von persönlichen Gesprächsterminen in der Apotheke werden die Medikation und das Wohlbefinden der Teilnehmenden systematisch und anhand eindeutig festgelegter Kriterien erfasst. Eine von einer pharmazeutischen Expert:innengruppe entwickelte Software unterstützt und strukturiert das Patientengespräch.

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch Priv-Doz. DDr. Christian Schörgenhofer vom Institut für Klinische Pharmakologie an der Medizinischen Universität Wien. Schörgenhofer erläuterte im Rahmen der Auftaktveranstaltung detailliert das Design, die Methodik und die Ziele der Studie, die höchsten wissenschaftlichen Standards genügt. Die Ergebnisse des Pilotprojektes werden voraussichtlich Mitte 2024 vorliegen und dazu beitragen, dass die Medikationsanalyse bald in allen 1.400 Apotheken ausgerollt werden kann.

Das Pilotprojekt wird gefördert aus den Mitteln „Gemeinsame Gesundheitsziele aus dem Rahmen-Pharmavertrag, eine Kooperation von österreichischer Pharmawirtschaft und Sozialversicherung".