Cookie-Einstellungen

Dieses Werkzeug hilft Ihnen bei der Auswahl und Deaktivierung verschiedener Tags / Tracker / Analysetools, die auf dieser Website verwendet werden.

Essentiell ? ?
Marketing ? ?

Diphtherie

Die Impfung ist im kostenfreien Kinderimpfprogramm enthalten und wird im Rahmen der 6-fach Impfung geimpft. Im Schulalter wird die Kombinationsimpfung Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Polio wiederholt.

Erreger

Corynebakterium diphtheriae

Infektionsquelle und Übertragung

Diphtherie wird hauptsächlich durch das Toxin-produzierende Bakterium Corynebakterium diphtheriae über Tröpfcheninfektion und engen Kontakt übertragen. In seltenen Fällen können auch andere Diphtherietoxin-produzierende Corynebakterien, wie C. ulcerans oder sehr selten C. pseudotuberculosis die Erkrankung hervorrufen.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit der durch Corynebacterium diphtheriae hervorgerufenen Erkrankung beträgt 2–5 Tage.

Krankheitsbild

Das Krankheitsbild kann von einer lokalen Infektion (Nase, Rachen, Kehlkopfdiphtherie) über eine Infektion der Atemwege bis zu einer schweren toxischen Form (Herzmuskel-, Nieren-, Leberschäden) variieren. In tropischen oder subtropischen Gebieten kann das Bakterium Haut- und Schleimhaut-Diphtherie hervorrufen.

Epidemiologie und Bedeutung

Personen, die erfolgreich gegen Diphtherie geimpft sind, können Trägerinnen und Träger von C. diphtheriae sein und dieses übertragen, erkranken jedoch selbst nicht.

Diphtherie ist in Österreich meldepflichtig.

Diphtherie kommt nach wie vor in manchen Regionen (wie z.B. Afrika, Südamerika, Asien, Albanien, einigen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion) endemisch vor und es sterben auch heute noch 5–20 % der Erkrankten. In den 90er Jahren gab es in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion einen großen Ausbruch der Diphtherie mit über 150.000 Fällen und mit tausenden Toten. Hautdiphtherie kommt endemisch in tropischen Ländern und äußerst selten in Europa vor.

Hautdiphtherie ist ein Risikofaktor für die Transmission von Diphtherie. Die Diphtherieimpfung bietet einen effektiven Schutz gegen die Erkrankung verursacht durch toxigenes C. diphtheriae.
In den Jahren 2009–2014 wurden 140 Fälle in der EU/EEA an das ECDC gemeldet. 2015 meldete das ECDC 9 Fälle von kutaner Diphtherie aus Dänemark, Schweden und Deutschland, hauptsächlich unter Flüchtlingen und Asylsuchenden. Aus Litauen wurden 8 Diphtheriefälle gemeldet, 4 davon bei Kindern. Die Mehrzahl der Erkrankten und alle Fälle mit tödlichem Ausgang waren nicht geimpft. Im Juni 2015 verstarb in Spanien ein Kind an Diphtherie. Im März 2016 führte eine durch C. diphtheriae hervorgerufene Erkrankung zum Tod eines nicht geimpften 3-jährigen Kindes in Belgien.
Im Jahr 2017 kam es im Jemen und in Venezuela zum Wiederauftreten von Diphtherie. Im November 2017 berichtete die WHO von 120 klinischen Fällen von Diphtherie und 14 Todesfällen vorwiegend bei Kindern im Jemen. Etwa 1 Million Kinder sind aufgrund unzureichender Impfungen und medizinischer Versorgung seither gefährdet, an Diphtherie zu erkranken. Eine ähnliche Situation liegt in Venzuela vor, wo 511 Diphtheriefälle gemeldet wurden und 32 % davon laborbestätigt wurden.

In Österreich wurden erstmals nach über 20 Jahren 2014 und 2016 insgesamt 4 Fälle von Wund- oder Hautdiphtherie gemeldet. 2017 wurde bei 4 Proben von jungen männlichen Erwachsenen Corynebakterium diphtheriae ssp. mitis/belfanti nachgewiesen. 2018 wurden 11 Diphtherieverdachtsfälle an die nationale Referenzzentrale übermittelt. Darunter wurden 3 Isolate von C. diphtheriae ssp. mitis/belfanti und 4 Isolate von C.diphtheriae ssp. gravis identifiziert, wobei jedoch keines der 7 Isolate Diphtherietoxin bildete. Alle Isolate waren Antibiotika-sensitiv.

Auch wenn der Nachweis von C. diphtheriae in Österreich nach wie vor ein seltenes Ereignis darstellt, wurde in den letzten 6 Jahren eine Zunahme der eingesendeten Verdachtsfälle an die nationale Referenzzentrale beobachtet. Weiters wird darauf hingewiesen, dass Reisen in und aus Ländern, in denen Diphtherie endemisch vorkommt, ein Risiko für das Wiederauftreten der Krankheit darstellen können. Die unveränderte Bedeutung der Diphtherieimpfung wird dadurch unterstrichen.

Impfung

Nach der Grundimmunisierung im Säuglingsalter und Auffrischungsimpfung im Schulalter sollen bis zum vollendeten 60. Lebensjahr Auffrischungsimpfungen mit reduzierter Diphtheriekomponente als Kombinationsimpfstoff mit Tetanus, Pertussis und Polio regelmäßig alle 10 Jahre, ab dem vollendeten 60. Lebensjahr alle 5 Jahre erfolgen. Wenn keine Indikation zu weiteren Polio-Impfungen besteht und im Erwachsenenalter schon zwei oder mehr Auffrischungsimpfungen gegen Polio vorliegen, wird danach nur mehr gegen Diphtherie-Tetanus-Pertussis aufgefrischt.

Grundimmunisierung im Rahmen der 6-fach Impfung im 1. Lebensjahr: 2+1 Schema: 2. Dosis nach 2 Monaten, 3. Dosis 6 Monate nach der 2. Dosis.
Grundimmunisierung ab dem vollendeten 1. Lebensjahr: 2. Dosis nach 1–2 Monaten, 3. Dosis 6–12 Monate nach der 2. Dosis.

Auffrischung: bei Volksschuleintritt, danach alle 10 Jahre, bzw. alle 5 Jahre ab dem vollendeten 60. Lebensjahr. Bei Versäumnis einer Auffrischungsimpfung und einem Impfabstand bis zu 20 Jahren wird die Impfung mittels einer einzigen Dosis nachgeholt, bei längerem Impfabstand (größer 20 Jahre) wird eine Auffrischungsimpfung mit serologischer Impferfolgsprüfung empfohlen.

Stand der Information: 01/2021

Quelle: Bundesministerium Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Österreichischer Impfplan 2021 (Wien, Jänner 2021)