Mehr Arzneimittelsicherheit mit e-Medikation
 
TV-Apothekerin Mag.pharm. Irina Schwabegger-Wager erklärt die Digitalisierung im Gesundheitsbereich
 
ELGA, die elektronische Gesundheitsakte, funktioniert mittlerweile in ganz Österreich bei den Ärztinnen und Ärzten und in den Apotheken. Die Digitalisierung im Gesundheitsbereich verunsichert nach wie vor viele Menschen, sie bringt aber vor allem mehr Arzneimittelsicherheit für die Patientinnen und Patienten.

Eine zentrale Funktion von ELGA ist die e-Medikation. In der e-Medikationsliste werden alle Medikamente, die ein Patient verschrieben bekommt, erfasst. Die Apothekerinnen und Apotheker erhalten auf diese Weise wertvolle Informationen zur Medikation, können im persönlichen Beratungsgespräch noch besser auf den Patienten eingehen und das Risiko von unerwünschten Medikamentenwirkungen stark reduzieren. Wurden beispielsweise von verschiedenen Ärzten zwei Arzneimittel mit gleicher Wirkung verschrieben oder erhält der Apothekenkunde ein Medikament verordnet, welches sich mit einem anderen Medikament in seiner e-Medikationsliste nicht verträgt, so kann die Apothekerin, der Apotheker darauf aufmerksam machen, Medikationsfehler werden vermieden. Durch die e-Medikation können die Apothekerinnen und Apotheker auch den Status einer Gebührenbefreiung und Versicherungsdaten leichter abfragen, ohne den Odinationsablauf beim Arzt durch eine Anruf stören zu müssen. https://www.gesundheit.gv.at/elga/inhalt

Welche Medikamente werden im Zuge der e-Medikation gespeichert?
Welche Medikamente in der e-Medikationsliste erfasst werden, obliegt jedem einzelnen. Der Patient, die Patientin muss bei der Rezeptausstellung dem verschreibenden Arzt bekanntgeben, welche Arzneien in der e-Medikation gespeichert werden sollen und welche nicht. Auf dem Papierrezept sind aber selbstverständlich alle aktuell verordneten Medikamente zu finden und werden in der Apotheke ganz normal mit der dazugehörgen Beratung abgegeben.
Auf der eCard dagegen wird nichts gespeichert. Diese dient lediglich als "Schlüssel" zu ELGA und e-Medikation. Man bedienst sich lediglich der eCard-Infrastruktur, um die Medikationsdaten sehr gut verschlüsselt und hoch sicher in die Datenbank zu transportieren. Voraussetzung dafür ist, dass sich der Patient bereit erklärt hat, an ELGA teilzunehmen. Gespeichert werden diese Daten auch nur für ein Jahr, dann werden sie gelöscht.
Nicht rezeptpflichtige Medikamente können auf Wunsch ebenfalls in die e-Medikationsliste aufgenommen werden. Erwirbt ein Kunde ein frei verkäufliches Arzneimittel in der Apotheke, kann er dieses vom Apotheker durch Stecken der eCard erfassen lassen. Vor Bedeutung ist dies vor allem für jene rund 500 frei verkäufliche Arzneimittel, die wechselwirkungsrelevant sind, d.h. das Potenzial haben, eine bestehende Medikation zu beeinflussen.

Wer hat Einsicht in die e-Medikation?
Nicht nur Arzt und Apotheker, auch der Patient, die Patientin selbst kann in seine/ihre e-Medikationsliste Einsicht nehmen. Hierfür muss er/sie sich im ELGA-Portal anmelden und mittels Handysignatur oder Bürgerkarte identifizieren. All jene, die keine Internetzugang haben, können sich an die Patientenombudsstelle wenden, diese hilft gerne weiter.

e-Rezept ab 2020
Das Rezept auf Papier hat bald ausgedient, ab 2020 beginnt die Rezeptausstellung und -übermittlung eben falls über die eCard zu laufen. Pro Jahr werden in den österreichischen Apotheken derzeit ca. 60 Millionen Papierrezepte eingelöst, welche die Pharmazeutische Gehaltskasse gebündelt und sortiert mit den Krankenversicherungsträgern abrechnet. Mit dem e-Rezept soll die Papierflut künftig eingedämmt werden. In der Apotheke wird künftig ein Code für die verschriebenen Arzneimittel eingelesen, die Abgabe der Medikamente und die Beratung dazu erfolgt wie bisher. Pilotprojekte zum e-Rezept starten 2020, bis 2022 ist der Rollout auf das ganze Bundesgebiet vorgesehen.

e-Impfpass
Auch der Impfpass wird bald digital. Dieses Projekt ist ebenso für 2020 pilotiert. Mit dem e-Impfpass erhalten wir ein zentrales Instrument, um Impfdefizite besser aufzeigen und Impflücken leichter schließen zu können. Erhalten die Apotheken hierfür eine lesende Funktion freigeschalten, könnten sie einen großen Beitrag zur Volksgesundheit leisten. Denn Impfberatung zählt zu den wichtigsten Aufgaben, die eine Apothekerin, ein Apotheker täglich an der Tara erfüllt. Ziel ist es, die Vorsorge zu verbessern, und an diesem Gesundheitsbaustein möchten die Apotheken gerne mitwirken. https://www.elga.gv.at/e-impfpass/e-impfpass/index.html

Wie funktioniert die e-Medikation?
Dies erklärte Apothekerin Mag.pharm. Irina Schwabegger-Wager am 18. September 2019 im "Studio2" des ORF - zum Ansehen des Beitrages klicken Sie bitte einfach auf das Bild.
Alle Sendungen der TV-Apothekerinnen finden Sie hier.