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Welt-Parkinson-Tag am 11. April
 
 
Morbus Parkinson zählt neben Alzheimer-Demenz und Schlaganfall zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems im höheren Lebensalter. In Österreich sind etwa 15.000 Menschen betroffen.
Die Krankheit beginnt schleichend über Jahre oder Jahrzehnte und ist auf eine Abnahme der Dopaminkonzentration im Gehirn zurückzuführen. Die auslösenden Ursachen sind immer noch unbekannt, nur 5 Prozent der Fälle sind genetisch bedingt. Während die ersten Krankheitszeichen zu Beginn kaum merkbar sind, verstärken sich diese im Laufe der Zeit.

Symptome der Parkinson-Erkrankung
Bemerkbar macht sich Morbus Parkinson durch motorische, aber auch nicht-motorische Störungen. Die Betroffenen leiden unter hochgradiger Bewegungsarmut bis Bewegungslosigkeit, die willkürliche Bewegungen von Rumpf, Armen, Beinen und Gesichtsmuskulatur und das Sprechen sind beeinträchtigt. Zittern in Ruhe sowie mangelnde Stabilität der aufrechten Körperhaltung sind weitere Anzeichen von Parkinson. Dazu kommen noch Angst oder Depressionen, vermehrte
Talgproduktion im Gesicht, Störungen von Blutdruck, Temperaturregulation, Blasen- und Darmfunktion.
Verschiedene Beschwerden, die zunächst nicht mit einer Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht werden, können erste Anzeichen einer Parkinson-Erkrankung sein. Dazu gehören z.B. allgemeine Leistungsminderung, rheumaähnliche Muskelschmerzen, Verstopfung, Verlangsamung der Bewegungen, beginnende Steifigkeit in den Gliedmaßen, Veränderungen des Schriftbildes und des Gesichtsausdrucks, Kreislaufschwäche oder Störungen des Geruchs- und des Geschmacksinnes.
Meist tritt die Erkrankung in der zweiten Lebenshälfte auf, bei etwa zehn Prozent der Patientinnen/Patienten wird die Diagnose aber schon wesentlich früher festgestellt.

Behandlung von Parkinson
Ein Durchbruch in der Behandlung der Parkinson-Krankheit gelang Anfang der 60er Jahre dem Wiener Pharmakologen O. Hornykiewicz - er entdeckte die Bedeutung des Mangels an Dopamin in einer bestimmten Hirnregion. Der Vorstand der Neurologischen Abteilung des Lainzer Krankenhauses, Primarius Walter Birkmayer, und Hornykiewicz fanden eine Lösung, um dem Gehirn das fehlende Dopamin zuzuführen: Sie verabreichten Patienten L-Dopa, eine Vorstufe von Dopamin, die im Gehirn in Dopamin umgewandelt wird. Damit erreichten Sie, dass Patienten, die sich aus dem Liegen nicht aufsetzen, aus dem Sitzen nicht aufstehen, vom Stehen nicht zum Gehen starten konnten, diese Leistungen nach L-DOPA-Gaben zustande brachten.
Damit L-Dopa nicht vorzeitig, noch bevor es im Gehirn ist, im Körper abgebaut wird, wird es mit einem dies verhindernden Hemmstoff in fester Kombination in Tablettenform verabreicht. Dadurch werden geringere Mengen benötigt und auch die Nebenwirkungen sind geringer. Seither erfolgt die Behandlung hauptsächlich durch die Gabe von Medikamenten, die zu einer Erhöhung des Dopamin-Angebots im Gehirn führen oder das fehlende Dopamin ersetzen.
Heute stehen neben der Dopamin-Therapie weitere hochselektive Medikamente zur Behandlung dieser Erkrankung zur Verfügung. Durch sie wurde die Lebenserwartung für Parkinsonpatienten praktisch normalisiert.

Welt-Parkinson-Tag – Geburtstag des Entdeckers
Die Parkinson-Krankheit wurde nach dem englischen Arzt Dr. James Parkinson benannt, der die Symptome der Erkrankung erstmals klar und ausführlich beschrieben hat. Seit den Neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wird Parkinsons Geburtstag weltweit als Parkinson-Aktionstag begangen.
Sir James Parkinson (11. 4. 1755 - 21. 12. 1824), Arzt, Apotheker und Paläontologe in London, beschrieb 1817 in seiner bekanntesten Veröffentlichtung, "An Essay on the Shaking Palsy", erstmals die Symptome der später nach ihm benannten neurologischen Erkrankung. Er selbst bezeichnete sie wegen des bei vielen Patienten auffälligen Ruhetremors als „Schüttellähmung“ (Paralysis agitans). Der Ausdruck „Parkinson-Krankheit“ (auch „Parkinson-Syndrom“, „Morbus Parkinson“ oder „Parkinsonismus“) wurde vermutlich zum ersten Mal im Jahr 1884 von dem französischen Psychiater Jean-Martin Charcot (1825-1893) benutzt.

Quellen und weiterführende Links:
https://www.parkinson-oesterreich.at/
http://www.welt-parkinson-tag.de/
http://www.parkinson-selbsthilfe.at/
https://www.gesundheit.gv.at/