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26. April: Jahrestag des Tschernobyl-GAUs
 
Kaliumjodidtabletten sind ein wichtiger Schutz vor radioaktivem Jod
 
Bei der Katastrophe von Tschernobyl 1986 wurden über 100 radioaktive Elemente in die Atmosphäre freigesetzt. Die meisten von ihnen waren kurzlebig und zerfielen innerhalb weniger Stunden oder Tage. Die gefährlichsten Elemente, die in die Umwelt gerieten, sind Jod-131, Strontium-90 und Cäsium-137.

Ihre Halbwertszeiten

      8 Tage (Jod-131),
      29 Jahre (Strontium-90) und
      30 Jahre (Cäsium-137).
Die Isotope Strontium-90 und Cäsium-137 sind also auch noch heute nachweisbar, während das kurzlebige Jod-131 bei der Bevölkerung in den reaktornahen Gebieten seinerzeit die verheerendsten Gesundheitsschäden anrichtete.

Folge des Radiojods ist das massenhafte Auftreten von Schilddrüsenentzündungen mit Stoffwechselstörungen und ein extremer Anstieg von besonders aggressivem Schilddrüsenkrebs, denn Jod-131 wird, sobald es eingeatmet oder über die Nahrung aufgenommen wird, im Körper gebunden und bestrahlt die Schilddrüse stark von innen. Die Aufnahme dieses radioaktiven Jodisotops in die Schilddrüse lässt sich durch die zeitgerechte Einnahme von Kaliumjodidtabletten blockieren.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt daher im Falle eines Atomunfalls zum Schutz vor Schilddrüsenkrebs die rechtzeitige Einnahme von Kaliumjodid (KJ), möglichst vor dem Eintreffen der radioaktiven Wolke.

Österreich hat bereits 1990/91 ein umfassendes, flächendeckendes KJ-Bevorratungskonzept auf Basis der Empfehlungen der WHO verwirklicht.

Im Katastrophenfall dürfen Kaliumjodid-Tabletten nur nach ausdrücklicher Aufforderung durch die Behörden eingenommen werden.
Kaliumjodid-Tabletten gibt es in Apotheken rezeptfrei zu kaufen. Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, an strahlenbedingtem Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Das Gesundheitsministerium stellt daher für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren Kaliumiodid-Tabletten kostenlos zur Verfügung. Auch für Schwangere und Stillende sind die Tabletten gratis.

Sollte sich irgendwo im Nahbereich Österreichs ein schwerer Atomunfall ereignen, wird die Empfehlung, wann, in welcher Menge und wie lange KJ-Tabletten eingenommen werden sollen, in Rundfunk und Fernsehen rechtzeitig von der Gesundheitsbehörde bekannt gegeben.

Kaliumjodid-Bevorratung: Wie kommen Sie zu den Tabletten? [weiter lesen]

Wissenswertes zum Strahlenschutz und Tabellen zur Strahlenbelastung
Grundsätzlich schützt Kaliumiodid nicht vor anderen radioaktiven Elementen wie Cäsium-137 oder Strontium-90 und bietet auch keinen Schutz vor radioaktiver Strahlung im Allgemeinen.

Strahlenexposition durch natürliche Quellen
Jeder Mensch ist ständig ionisierender Strahlung ausgesetzt. Die Ursache dafür sind natürliche Strahlenquellen wie die kosmische Strahlung und die natürlichen Radionuklide in Böden und Gesteinen. Aber auch die Strahlenbelastung durch Rauchen ist nicht zu unterschätzen. Der Grund dafür ist, dass die Tabakpflanze das radioaktive Element Polonium-210 (Zerfallsprodukt des radioaktiven Edelgases Radon) speichert. Über den Rauch kommt der Alpha-Strahler in die Lunge.

Expositionsbeispiele (beachte: 1 MirkoSv = 0,001 mSv)
>>>siehe Einige Angaben zum Strahlenschutz
Hintergrundstrahlung (kosmische Strahlung): 2 - 4 mSv / Jahr
Radon: 1,4 mSv/Jahr (in einigen Gebieten im Waldviertel* bis 18 mSv / Jahr)
Flug Frankf/New York/Frankf: 0,1 mSv
Fernsehen 4 h/Tag in 50cm Abstand (mit einem Röhrengerät): 20 MikroSv / Jahr
30 Zigaretten / Tag: 80 mSv / Jahr (Belastung im Bereich der Bifurcatio der Trachea)
Thorax Röntgen: 0,05 mSv Mittelwert Effectivdosis (ganzkörper) pro Aufnahme
1 Banane: 0,1 MikroSv (durch Kaliumgehalt!)**
Körpereigenes Kalium** entspricht der Dosisleistung von ca. 170 MikroSv / Jahr.

* Granit enthält bis zu 15 ppm Uran, Rubidium u.a. radioaktive Elemente, bei deren Zerfall Radon entsteht.
** Kalium besteht zu 0,012 % aus dem radioaktiven Isotop 40K, daher sind auch kaliumreiche Lebensmittel wie z.B. Kaffee (1 kg enthält ca. 20 g Kalium) oder Bananen (1 kg enthält ca. 2,6 g Kalium) extrem schwach radioaktiv.

Grenzwerte
Der Grenzwert in Österreich für zusätzliche Strahlenexposition ist ein Schutzwert, er beträgt 1 mSv pro Jahr. Generell gilt allerdings, dass es keine Grenze gibt, unterhalb der Radioaktivität ungefährlich wäre. Es ist vielmehr eine statistische Frage, zu wie viel zusätzlichen Krebserkrankungen, Gendefekten, Missbildungen, Totgeburten, etc. eine bestimmte Dosis führt.

Kaliumjodidtabletten ein wichtiger Schutz vor radioaktivem Jod: Download Abstract
2015_Abstract_KJ.pdf2015_Abstract_KJ.pdf

Einige Angaben zum Strahlenschutz: (ohne Gewähr)
Einheiten: heute sind nur noch Bequerel Gray und Sievert zugelassen
1 Bq = 1 Zerfallsprozess / Sek = 1 dps (disintegrations per second)
1 Bq = 27 pCi
1 Ci = Aktivität von 1 gr Radium (Alphastrahler)
1 Ci = 3,7 x 10 hoch 10 Bq (= 37 GBq ) (alte Einheit)
1 MikroCi = 3,7 x 10 hoch 6 Bq
1 rad (r) = 0,01 J/kg (alte Einheit)
1 rad = 0,01 Gy
1 R (Röntgen) = 0,000258 Coulomb / Kg
1 R (Röntgen) = 2,082 x 10 hoch 9 Ionenpaare pro Kubikzentimeter Luft
1 Gy = 1 J / Kg = 1 Ws / Kg
1 Gy = 100 rad
1 cGy = 0,01 Gy
1 Sv = 1 Gy x Q (siehe unten)
1 Sv = 100 rem
1 mSv = 0,001 Sv = 0,1 rem = 100 mrem = 1E-3 Sv
1 cSv = 0,01 Sv = 1E-2 Sv
1 MikroSievert = 1 Millionstel Sievert = 1E-6 Sv
1 rem = 0,01 Sv = 10mSv
1 mrem = 0,00001 Sv = 0,01 mSv = 10 MikroSv

Bei Angaben der Aktivität sind die Bezugsgrößen wichtig.
Bequerel wird häufig in Bezug auf ein Volumen, eine Gewichtsangabe oder eine Fläche angegeben.
Angaben in Bq beziehen sich manchmal nur auf das Jod 131.

Bewertungsfaktor Q:
Röntgen- Gammastrahlen: 1
Betastrahlen bis 3 MeV: 1
Neutronen: 10 (umstritten)
Alphastrahlen: 20
schwere Teilchen: 20

Typische Aktivitätswerte:
Der erwachsene Mensch: 3000 Bq ***** bis etwa 20000 Bq [8]
1 Kg Kaffee: 1000 Bq
Rauchmelder: 30.000 Bq
1 Kg Uran: 10 MBq
K40 im menschl. Körper: 5000 Bq
K40 im Meerwasser: 300 pCi / Liter [8]
Radon in Raumluft: Mittelwert 50 Bq/Kubikmeter [11], Spitze >600000 Bq/m3
Trinkwasser in Berlin: 3-19 pCi / Kubikmeter

Typische Dosiswerte: ( Angaben schwanken sehr, Interessen spielen eine Rolle... )
jährliche Gesamtdosis: 2 - 4 mSv / Jahr (200-400 mRem) auf Meereshöhe, USA: 3,6 mSv [8]
Natur: 82 % [8]
Mensch: 18 % [8] <1% durch Atomenergie

aus der Natur
natürl. Strahlenbelastung: 1,1 mSv / Jahr [3] USA: 3 mSv / Jahr [8]
natürl. Strahlenbelastung: 2,4 mSv / Jahr [11]
natürl. Strahlenbelastung: 0,83 - 3,88 mSv / Jahr [14]
Radon in Deutschland: gesamt 1,4 mSv / Jahr [11] ( USA: 2 mSv / Jahr [8] )
Radonbelastung der Lunge: 6 - 13 mSv / Jahr [14]
Radon in Gebäuden: 1,2 mSv/Jahr [12]
Radon im Freien: 0,2 mSv/Jahr [12]
Radon in Heilstollen Gastein: 43000 Bq bis 160000 Bq / Kubikmeter Luft [12]
Gesamtdosis Radonkur Gastein: 2,3 mSv [12] mit sog. Hormesis-Wirkung
Beschäftigte in einem Radiumbad: 8,2 mSv / Jahr im Jahre 1996 [11]
terrestrische Strahlung: 0,2 - 3 mSv / Jahr [3]
terrestrische Strahlung: 15 mSv / Jahr in einigen Gebieten im Schwarzwald [3]
terrestrische Strahlung: Kerala** (Westküste Indien): 5 mSv - 20 mSv / Jahr [3]
(nur etwa 500 Menschen sollen mit 20 mSv / Jahr belastet werden)
terrestrische Strahlung: Kerala** (Westküste Indien): 13-26 mSv / Jahr [1]
terrestrische Strahlung: Kerala** (Westküste Indien): 5-6 mGy / Jahr Spitzenwert: 32,6 mGy / Jahr [8]
terrestrische Strahlung: Guarapari/Meaipe (atlantische Küste Brasilien): 87 mSv / Jahr [1]
Thorium/Monazit Sand: 50 - 100 mSv / Jahr ( andere Quelle ) ****
Thorium/Monazit Sand: 50 MikroGy / Stunde in Brasilien [8]
Thorium Erzlager Brasilien: 0,01-0,02 mGy / Stunde [8]
inkorporierte Isotope: 0,3 mSv / Jahr [3]
K40 Belastung: 0,18 mSv / Jahr [14]
Ernährung mit KCl: 0,1 mSv / Jahr (statt Kochsalz) K40 auch in Bananen
körpereigene Isotope: 0,250 - 0,350 mSv / Jahr *****
körpereigene Isotope: 0,95 mSv / Jahr (K40 alleine 0,40 mSv/a) andere Quelle)
kosmische Höhenstrahlung: 0,3 mSv - 0,5 mSv / Jahr auf Meereshöhe je nach geogr. Breite [3] [8] [11]
Höhenstrahlung durch Neutronen: 30 MikroSv / Jahr [11]
Höhenstrahlung kosm. Nuklide: 10 MikroSv / Jahr [11]
Höhenstrahlung 2000 m: 1 mSv/Jahr [14]
Leben auf 1900m Höhe: 0,68 mSV / Jahr zusätzlich
1 Monat auf 3000m Höhe: 0,02 mSv / Monat zusätzlich [3]
Höhenstrahlung 8000 m: 15 mSv / Jahr [14]
Höhenstrahlung 12000 m: 45 mSv / Jahr [14]
Höhenstrahlung 20000 m: 130 mSv / Jahr
Flug 10-12 Km Höhe: 2-9 MikroSv / h [11]
Flug in 11000 m Höhe: 5 MikroSv / h [3] [11]
Flug in 10000 m Höhe: 1,8 - 2,4 MikroSv / h mit einem Geigerzähler in der Kabine selbst gemessen
Flug in 10000m Höhe: 4 - 10 MikroSv / h bei Sonneneruptionen bis 1 mSv / h
Flug in 18000m Höhe: 10 - 16 MikroSv / h
Flug Frankf/New York/Frankf 0,1 mSv insgesamt
Flug Frankf/Austral./Frankf 0,2 mSv [3]
Coast to coast Flug USA: 0,12 mSV in 35.000 Fuss Höhe
Flug New York-Paris 19000m: 24 MikroGy in der Concorde [8]
Flugzeugpilot: 5 mSv / Jahr zusätzlich bei 480 Flugstd / Jahr
Flugpersonal 875 Std/Jahr: 6 mSv / Jahr [11]
im van Allen Bereich: bis 1 Sv / h maximal, wird bisweilen von Astronauten durchflogen
Weltraum bei Sonneneruption bis 10 Sv / Sonneneruption (müßte eigentlich tödlich sein)
Astronaut: (space-Shuttle): 250 mSv maximal (pro Flug?) ***
Astronaut außerh. van Allen: 900 mSv / Jahr [14]

man made / zivilisatorisch
nicht natürliche Strahlung: 0,6 mSv in den USA [8]
Zivilisatotorische Belastungen ohne medizinische Diagnostik/Therapie: 40-90 MikroSv/Jahr [3]
durch Atomenergie: 10 MikroSv / Jahr [3]
in Atomkraftwerknähe: 10 - 50 MikroSv/Jahr
radioaktiver fallout(1988): 10 MikroSv / Jahr
Rauchmelder,Leuchtuhren: 0,1 mSv / Jahr
Fernsehen: 1 - 30 MikroSv / Jahr
Fernsehen 4 h/Tag in 50cm: 20 MikroSv / Jahr (andere Quelle) und [14]
30 Zigaretten / Tag: 80 mSv / Jahr Belastung im Bereich der Bifurcatio der Trachea [3]
Castor in 2m Entfernung: 50 MikroSv / h (Messung:Robin Wood + Greenpeace)
incl Neutronenstrahlung
Castor in 2m Entfernung: 20 - 70 MikroSv / h ( offizielle Angaben )
umstritten wegen der Bewertung der Neutronenstrahlung
Castor in 2m Entfernung: 25 MikroSv/h [11] 5 durch Photonenstrahlung, 20 d. Neutronen
Castor in 2m Entfernung: 60 MikroSv/h davon 30 durch Neutronen [Prof. Kuni]
Castoroberfläche: 0,24 mSv / h = 240 MikroSv / h (andere Quelle: 1,8 mSv/h)
Abwasser AKW Obrigheim: 0,081 Ci / Jahr = 81 MikroCi Spaltprodukteaktivität 1980 [3]
Abwasser AKW Obrigheim: 0,84 Ci / Jahr Tritiumaktivität 1980 [3]

Medizin
Radiol. Diag. + Therapie: 1,5 mSv / Jahr [11]
Radiolog. Diagnostik: 0,2 - 2 mSv / Jahr / Person (90% der gesamten künstlichen
Strahlenexposition) - gemittelt über gesamte Bevölkerung* [3]
medical X-ray (USA): 0,39 mSv / Jahr [8]
Nuklearmedizin (USA): 0,14 mSv / Jahr [8]
Nuklearmedizin: 0,02 mSv / Jahr [10]
Strahlentherapie: 0,01 mSv über Bevölkerung gemittelt [3]
Tumorbestrahlung: 30 bis 150 Gy pro Bestrahlungstherapie insgesamt [14]
(wird fraktioniert, also aufgeteilt)
Schildrüsenbestrahlung: 100 Sv / Organ = 0,2 Sv Gesamtkörperdosis / Therapie
Thorax Röntgen AP: 0,2 - 2 mSv pro Aufnahme (35% aller Röntgenaufnahmen) [14]
Thorax Röntgen AP: 0,2 mSv pro Aufnahme [3] *******
Thorax Röntgen seitlich: 1,4 mSv [3] *******
Thorax Röntgen: 50 MikroSv Gonadendosis [3]
CT-Thorax: 4,3 mSv Knochenmarkdosis pro Aufnahme
CT-Abdomen: 9,8 mSv Knochenmarkdosis pro Aufnahme
Mammographie: 15 - 65 mSv Brustgewebedosis je nach Technik pro Aufnahme
Mammographie: 1,65 - 65 mSv [14]
Mammographie: 40 mSv Brustgewebedosis [9]
Schädelaufnahme: 0,5 - 1,6 mSv Knochenmarkdosis pro Aufnahme
Schädelaufnahme: 0,8 - 1,6 mSv Knochenmarkdosis pro Aufnahme [14]
Schädelaufnahme: 4,1 mSv
BWS Aufnahme: 4 mSv Knochenmarkdosis pro Aufnahme
Herzkatheter: 90 mSv Knochenmarkdosis pro Aufnahme
Szintigraphie: 1 mGy typische Gesamtkörperbelastung. (bis 20mGy mit Selen 75)
Linsentrübung: 4 Sv einmalig / 15 Sv fraktioniert [3]
Linsentrübung: ab 2 Sv [BAG Broschüre Schweiz]
Rö-Erythem der Haut: ca 2-3 Sv einmalig
Rö-Erythem der Haut: über 10 Gy einzeitig lokal gegeben (andere Quelle)
Bleibende Hautschäden: 8-10 Sv einmalig (Hautdosis) [3]
Lähmungen (ZNS Schaden): ab etwa 50 Sv

LD Werte
Sofortiger Tod (Mensch): 100 Sv einmalig (in Hiroshima starben alle Menschen, die mit
mehr als 6 Sv bestrahlt wurden, und es starben 50% aller
Menschen die mit 4,5 Sv bestrahlt worden waren)
in Tokaimura ist zur Zeit (Nov. 1999) ein Arbeiter am Leben, der mit
10 Gy bestrahlt wurde.
tödliche Dosis Mensch > 10 Sv [3]
LD50 Mensch: 4,5 Sv einmalig [2]
LD50 Ratte: 6 Sv einmalig [2]
LD50 Fledermaus: 150 Sv einmalig [2]
LD50 Wespe: 1000 Sv einmalig [2]
LD50 Protozoen: 3300 Sv einmalig [2]
Deinococcus radiodurans: soll 30.000 rad überleben ! strahlenresistentestes Lebewesen
Deinococcus radiodurans: soll 6000 rad / Std aushalten können (andere Quelle)
ovarielle Sterilität: ab 3 Sv Gesamtdosis
Chernobyl Feuerwehrmann: 11 Gy !

Risikoberechnungen ********
10 mSv einmalig: Krebstod 1 zu 10000 [3]
10 mSv: Leukämierisiko 1 zu 200000 [3]
10 mSv: Leukämierisiko in nächster Generation 1 zu 400000 [3]
40 Schirmbildaufnahmen: Krebsrisiko 1 zu 50000
1 cSv 1,25 Krebsfälle pro 10000 Personen ICRP 1977
1 cSv 5 Krebsfälle pro 10000 Personen ICRP 1990
1 cSv 25 Krebsfälle pro 10000 Personen Köhnlein 1990 [6]
0,05 Sv = 50 mSv Verdoppelung des Leukämierisikos [6]
5-10 rad Verdoppelungsdosis für Schilddrüsenkrebs bei Jugendlichen (Weish u. Gruber)
Mammographie / Krebsrisiko: 1:75 bis 1:1500 günstiger für die Mammographie


Kurioses: (Angaben eines Gynäkologen)
1 Mammographie soll 200 gr Erdnüssen enstsprechen (Aflatoxin)
1 Mammographie soll 16 Km Fahrradfahren entsprechen
1 Mammographie soll 500 Km Autofahren entsprechen
1 Mammographie soll 12000 Km Flugzeugflug entsprechen

In Oklo (Gabun) ist vor langer Zeit an sechs verschiedenen Stellen innerhalb einer Uranlagerstätte
eine natürliche Kernspaltung abgelaufen. (nature 312 1984)
Pflanzen in der Umgebung radioaktiver Erzlager in Brasilien sind autoradiographisch aktiv.
Metalle für die Herstellung von Messgeräten zum Strahlennachweis werden heute zum Beispiel aus Schrott des 2. Weltkriegs gewonnen; modernerer Eisenschrott ist seit den Atombombenabwürfen und Experimenten dafür ungeeignet.

Jahresdosisgrenzwerte:
1902 2500 r gelten als ungefährlich
1920 100 r gelten als ungefährlich
1931 50 r erlaubt
1936 25 r sind unschädlich
1950 USA: bis 25 rem pro Jahr erlaubt
1950 - 1957 USA: 15 rem
1957 5 rem / Jahr gelten in den USA als unschädlich ******
1959 170 mrem als "zulässige Bevölkerungsdosis"
1973 150 mrem zulässig (zusätzlich zur natürlichen Exposition)
1994 vorgeburtlich max 5 mSv Gesamtdosis

Röntgenuntersuchungen / 1000 Einwohner in einigen Ländern im Jahre 1992: [9]
Japan 2000 ( 60% bei Zahnärzten )
Bundesrepublik 1400
USA 1200
Dänemark 980
England 630

zitierte Literatur:
[1] Deutsches Atomforum 12/1971 Kernfragen
[2] Mehl 1974
[3] Ramm B, Lochner B 1983 Strahlung in Umwelt, Medizin und Technik Ullstein Verlag
[4] Sternglass EJ 1977 Radioaktive Niedrigstrahlung Oberbaum Verlag
[5] Felix R, Ramm B 1982 Das Röntgenbild Thieme Verlag
[6] Köhnlein W www.foe.arc.net.au
[7] Manstein B Strahlen S. Fischer Verlag
[8] University of Michigan www.sph.umich.edu
[9] der Spiegel 32/1993
[10] Strahlenschutzbericht deutscher Bundestag 1975 Drucksache 8/311 Tabelle 1
[11] BFS Bundesamt für Strahlenschutz
[12] Dr. Brandmaier Strahlenschutzbeauftragter Bad Gastein www.gasteiner-heilstollen.com/radon
[13] Strahlenschutzkommission SSK
[14] TU München Physik

* eine derartige "Mittelung" der Belastungen über die gesamte Bevölkerung ist umstritten
** Thorium-Monazit (schwarzer Sand, oft am Strand), betrifft etwa 44.000 Menschen mit Auswirkungen auf die
Gesundheit: Down Syndrom vervierfachtes Risiko [Bertell R Vancouver 1986]
*** unsicher. Aber Raumschiffe haben einen Strahlenschutz
**** Thorium-Monazit hat therapeutische Bedeutung. Auch in Deutschland ! (Thorium-232)
***** Kalium 40, C14, Polonium 210, Rubidium 87...
****** sog ALARA-Regel: as low as reasonably achievable
******* durch die kurzzeitige Einwirkung ist die biol. Wirkung noch etwa 10 größer ! [3]
******** Viele Risikoberechnungen zu Krebs basieren auf Schätzungen der Dosis, denen die Atombombenopfer in Hiroshima und Nagasaki ausgesetzt waren. Solange nicht klar ist, wie hoch diese Dosis tatsächlich war, wird es Widersprüche geben.


Quelle:
www.strahlentherapie.uni-bonn.de/strahlen_info.htm (abgefragt am 9. März 2013)

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