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Der Löwenzahn in Trews Herbarium Blackwellianum
 
Kostbarkeiten aus der Bibliothek der Österreichischen Apothekerkammer
 
Kinder lieben den Löwenzahn als Pusteblume. Aber die Pflanze hat mehr zu bieten. Wie kaum bei einem anderen Heilkraut geben die vielen volkstümlichen Namen einen guten Überblick über wesentliche Charakteristika: Ackerzichorie, Bettseicherwurzel, Butterblume (die gelben Blüten wurden zum Färben der Butter verwendet), Kettenblume, Kuhblume, Märzenbusch, Maiblume, Milchblume (alle Pflanzenteile enthalten weißen Milchsaft), Lichtli, Mönchskopf, Pfaffendistel, Pfaffenöhrlein, Luftröhrlein, Röhrlsalat, Pferdeblume, Pißblom, Pusteblume, Seicherwurzel, Ringelblume, Röhrlichrut, Schmalzblümlein, Wiesenlattich...

Und auf die arzneiliche Verwendung weist auch die lateinisch Bezeichnung hin: Taraxacum officinalis (vergleiche „offizinell“ bzw. „offizinal“ für „in der Offizin = Apotheke“ erhältlich und im Arzneibuch charakterisiert).

Kostbare Abbildungen in alten Kräuterbüchern
Christoph Jacob Trew, Arzt und Apotheker in Nürnberg, brachte ab 1750 eine stark erweiterte Fassung des Blackwellschen Kräuterbuchs unter dem Titel „Herbarium Blackwellianum emendatum et auctum…“ („Vermehrtes und verbessertes Blackwellisches Kräuter-Buch das ist Elisabeth Blackwell Sammlung der Gewächse die zum Arzney-Gebrauch in den Apothecken aufbehalten werden deren Beschreibung und Kräfften aus dem Englischen übersetzt angezeiget die Abbildungen grossen Theils nach der Natur verbessert mit Beyfügung der Theile der Blume und Frucht vermehret wie auch mit bewährten Nahmen der Kräuter-Lehrer erläutert werden“) heraus. Die Nomenklatur wurde nach Linné angepasst und der wissenschaftliche Text übersetzt und überarbeitet.

Das Werk umfasst 615 Tafeln mit ausführlichen lateinischen und deutschen Beschreibungen der Pflanzen und die Pflanzennamen in acht Sprachen: lateinisch, deutsch, griechisch, englisch, spanisch, italienisch, französisch und »belgisch«.

Die Bände mit der unverkennbaren Eleganz der botanischen Abbildungen gehören zu den Prunkstücken der Bibliothek der Österreichischen Apothekerkammer.
 
Tafel I in dieser Prachtausgabe zeigt den Löwenzahn:

Taraxacum, Dens Leonis, Luftröhrlein, Mönchskopf, Pfaffenblatt, Kuhblumen; Dandelion, Piss a bed; Dent de lion, Pisse en lit.

In der Erklärung lesen wir:
Die Wurzeln und Blätter werden gebraucht zum kühlen und eröfnen, den Urin zu treiben, wie auch den Magen zu stärken: viele essen sie in England als einen Salat zur Frühlingszeit.


Die Österreichische Nationalbibliothek stellt einen kostenlosen Online-Zugang zum Gesamtwerk zur Verfügung: http://digital.onb.ac.at/OnbViewer/viewer.faces?doc=ABO_%2BZ165098504


Lesen Sie auch:
Frühlingsbote Löwenzahn. In der Phytotherapie wird die Pflanze gerne im Rahmen so genannter Frühjahrskuren genutzt.
 


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