Druckansicht
Wenn Erschöpfung zum Dauerzustand wird
 
Internationaler Tag des Chronischen Erschöpfungssyndroms am 12. Mai
 
Das Chronische Erschöpfungssyndrom (engl. Chronic Fatigue Syndrom, kurz CFS) oder auch Myalgische Encephalomyelitis (ME) genannt, ist eine schwerwiegende Erkrankung, deren Ursachen nicht gänzlich geklärt sind. Sie wird daher oft nicht als solche erkannt und als psychische Erkrankung falsch diagnostiziert.
Bis zu 90 Prozent der Betroffenen dürften nicht über ihre Erkrankung Bescheid wissen. Deshalb gibt es auch keine genauen Daten zur Anzahl der Betroffenen. Schätzungen zufolge leiden 0,4 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher an CFS, das dürften 25.000 bis 30.000 Personen sein.

Internationaler CFS-Tag
Der internationale Tag des Chronischen Erschöpfungssyndroms soll jedes Jahr am 12. Mai auf die Problematik der Erkrankung aufmerksam machen. Er wird seit 1995 am Geburtstag der englischen Krankenschwester Florence Nightingale gefeiert. Diese litt seit ihrem 35. Lebensjahr an CFS und war dadurch 50 Jahre ihres Lebens ans Bett gefesselt.
Was ist das Chronische Erschöpfungssyndrom?
Gekennzeichnet ist die Erkrankung durch eine starke Müdigkeit und Erschöpfung, die alle Aktivitäten der Betroffenen beeinträchtigt. Von CFS spricht man, wenn ein schwerer Erschöpfungszustand sowie eine allgemeine Schwäche vorliegt, die mindestens sechs Monate anhält. Die Betroffenen sind kaum belastbar, schlafen schlecht und die Hirnfunktion ist eingeschränkt, sodass die Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit stark herabgesetzt sind. Es kommt zu Kreislaufstörungen mit Blutdruckabfall beim Aufstehen und Herzrasen. Dazu kommen Muskel- und Gelenkschmerzen, Reizdarm und/oder Reizblase, eine Anfälligkeit für Infektionen und vermehrte Unverträglichkeiten. Aufgrund dieser Symptome können Menschen mit Chronischem Erschöpfungssyndrom daher meist keinem regulären Beruf nachgehen.
Die Krankheit tritt erstmals meist im jungen Erwachsenenalter auf. Unter den Betroffenen gibt es etwa doppelt so viele Frauen wie Männer.

Behandlung von CFS
Für die Betroffenen gibt es keine ausgewiesenen Behandlungszentren, ihre Symptome werden oft missverstanden und folglich keine richtige Diagnose erstellt. Oft steht ein Infekt am Anfang der Erkrankung, von welchem sich die Betroffenen nicht erholen. Daher wird angenommen, dass sich beim Chronischen Erschöpfungssyndrom das Immunsystem gegen den eigenen Körper wendet, CFS also eine Autoimmunerkrankung sein könnte. Es besteht jedenfalls eine Fehlfunktion der Mitochondrien, die Energiegewinnung in den Zellen ist beeinträchtigt.
Die Behandlung ist aufgrund der vielfältigen Ursachen sehr schwierig und richtet sich in erster Linie gegen die Symptome, vor allem die Probleme mit Schlaf und Schmerz. Auch Nahrungsergänzungsmittel können helfen, allerdings ist die Suche nach den richtigen Präparaten sehr mühsam, weil die Wirkung individuell unterschiedlich ist.

Quellen und weiterführende Informationen:
http://www.neurostingl.at/2018/05/18/chronic-fatigue-syndrome/
CFS-Hilfe Österreich
Key-Facts
https://www.may12th.org/illnesses/me/