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Ringelblume - Heilpflanze des Jahres 2009
 
 
Die bis zu 70 cm hohe Ringelblume ist ein einjähriges Korbblütengewächs mit einer etwa 20 cm langen Pfahlwurzel. Der aufrechte, filzig behaarte und teilweise verzweigte Stängel trägt wechselseitig angeordnete, ebenfalls fein behaarte Blätter und ab Juni 4 - 7 cm breite Blütenkörbchen, die je nach Sorte farblich zwischen leuchtend hellgelben und kräftigen Orangetönen variieren.
    Erste Aufzeichnungen über die Verwendung als Heilpflanze finden sich im 12. Jahrhundert bei Hildegard von Bingen. Sie empfiehlt „Ringele“ bei Vergiftungen durch üble Speisen. Leonhardt Fuchs weist in seinem 1542 erschienenen „New Kreuterbuch“ darauf hin, dass Ringelblumen-Spülungen den Haaren einen besonders schönen goldglänzenden Farbton geben. Pfarrer Kneipp empfahl sie besonders bei bösartig aussehenden Geschwüren. Und aus den Weltkriegen gibt es Berichte, dass mit Ringelblume schwere Verletzungen hervorragend geheilt wurden.

      Der deutsche Name „Ringelblume“ ist auf die eingerollten (ringelförmigen) Früchte der Pflanze zurückzuführen. Während der wissenschaftliche Gattungsnamen „Calendula“ auf die unermüdliche Blühkraft dieser Heilpflanze über Monate (calendis) hinweg, zurückzuführen ist.

      Früher haben Bauern die Ringelblumen für die Wettervorhersage beobachtet. Pfarrer Kneipp beschrieb das folgendermaßen: "Die Ringelblume hat etwas Gescheites. Wenn sie morgens nach sieben Uhr geschlossen ist, dann regnet es gewiss noch an diesem Tag, geht sie aber zwischen sechs und sieben auf, dann regnet es sicher nicht."

      Die Ringelblume gilt als Symbol für die Unvergänglichkeit, weil sie so langlebig ist und den ganzen Sommer über immer wieder blüht.

      Die Ringelblume pharmazeutisch betrachtet

      Lateinische Bezeichnung: Calendulae flos

      Volksnamen: Gartenringelblume, Butterblume, Goldblume, Ringelrose, Sonnenwende, Sonnwendblume, Studentenblume, Totenblume, Feminell.

      Synonyme: Garen Marigold, Holligold, Goldbloom (engl.), Fleur de tous les mois, Fleur de souci (franz.).

      Stammpflanze: Calendula officinalis L. (Asteraceae)

      Verwendeter Pflanzenteil: Randblüten der voll entfalteten Blütenköpfchen gefüllter Zuchtformen

      Inhaltsstoffe:
        Ätherisches Öl (Zungenblüten bis 0,12%, Blütenstandsboden bis 0,4%, Hauptbestandteil alpha-Cadinol), Triterpensaponine 2-10 %, Triterpenalkohole (Faradiol, Amyrin, Taraxasterol, Calenduladiol u. a.), Sterole 0,06-0,08 %, Flavonoide: 0,3-0,8 % (vorwiegend Isorhamnetin und Quercetin als Aglyka).
        Weitere Inhaltsstoffe: Carotinoide (überwiegend Lutein und Zeaxanthin), Polysaccharide (ca. 14 % wasserlösliche, saure, verzweigtkettige Heteroglykane).

      Offizinell:
        Calendulae flos: mind. 0,40 % Flavonoide.
      Anwendungsgebiete:
        Innere, lokale Anwendung: entzündliche Veränderung der Mund- und Rachenschleimhaut
        Äußere Anwendung: Wunden, auch mit schlechter Heilungstendenz. Ulcus cruris.
      Empfohlene Dosierung:
        Aufguss: etwa 2-3 g Ringelblumenblüten (= 1-2 Teelöffel) werden mit ca. 150 ml heißem Wasser übergossen und nach 10 min durch ein Teesieb gegeben. Bei Entzündungen im Mund und Rachenraum wird mit dem noch waren Aufguss mehrmals täglich gespült oder gegurgelt. Zur Behandlung von Wunden wird ein Leinenfleckchen mit dem Aufgus durchtränkt und auf die Wunden gelegt. Die Umschläge sind mehrmals täglich zu wechseln.

      Unerwünschte Wirkungen:
        Eventuelle Kreuzallergien mit anderen Korbblütlern sind nicht auszuschließen, jedoch bisher nicht bekannt.
      Aufbewahrung der Ringelblumenblüten:
        Vor Licht und Feuchtigkeit geschützt.

      Sehr beliebt ist die Ringelblumensalbe:
        Extractum Calendulae fluidum 10 T
        Oleum Arachidis 63 T
        Cera flava 27 T
      Anwendung in der Homöopathie:
        Das Homöopathikum "Calendula" wird innerlich (D2 bis D6) und äußerlich (1 Teelöffel der Urtinktur auf 1/2 Glas warmes Wasser) bei Riss- und Quetschwunden, bei Unterschenkelgeschwüren und zur Anregung der Wundheilung verwendet.
      Die Ringelblume in der Küche:
        Ringelblumen können Abwechslung und Farbe in Speisen bringen. Die filzig behaarten Blätter erzielen eine interessante geschmackliche Note in Blatt- oder Wildkräutersalaten. Die Blütenblätter sind für verschiedene herzhafte Brotaufstriche, Blütenbutter, Suppen oder in Kuchen verwendbar.

        In früheren Zeiten würden die getrocknete Zungenblüten der Calendula oft benutzt, um den teuren Safran zu strecken.

      Link:
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